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Frühlingsfest

Was ist Früh­lings­fest?

Was ist Früh­lings­fest?

Das Früh­lings­fest, auch Chi­ne­si­sches Neu­jahr genannt, ist das Neu­jahr der Chi­ne­sen. Für uns ist es jedoch weit mehr als nur ein Kalen­der­wech­sel.
Es ist der ers­te Tag des neu­en Jah­res im tra­di­tio­nel­len chi­ne­si­schen Mond-Son­nen-Kalen­der, also der ers­te Tag des ers­ten Mond­mo­nats. So wie hier der 1. Janu­ar als Neu­be­ginn gilt, ist das Früh­lings­fest für uns der wich­tigs­te Start­punkt eines neu­en Jah­res.
Der chi­ne­si­sche Kalen­der ist etwas Beson­de­res, weil er Mond und Son­ne mit­ein­an­der ver­bin­det.
Die Mona­te rich­ten sich nach dem Mond: Ein Monat beginnt immer mit einem Neu­mond und dau­ert etwa 29,5 Tage.
Das Jahr hin­ge­gen muss mit den Jah­res­zei­ten im Ein­klang blei­ben, also mit der Son­ne. Damit der Früh­ling wirk­lich Früh­ling bleibt und der Win­ter nicht irgend­wann in den Som­mer rutscht (was beson­ders für eine agra­risch gepräg­te Gesell­schaft von gro­ßer Bedeu­tung ist),braucht die­ses Sys­tem einen klei­nen „Aus­gleich“.
Ganz ver­ein­facht gesagt gilt:
Der Mond­mo­nat, in dem die Win­ter­son­nen­wen­de liegt, ist immer der elf­te Mond­mo­nat. Zählt man von dort aus die Neu­mon­de wei­ter, ist der zwei­te Neu­mond danach der ers­te Tag des neu­en Jah­res, also das Früh­lings­fest.
Aber, weil Mond und Son­ne nicht per­fekt zusam­men­pas­sen, hat ein Jahr zwar meist zwölf Mona­te, etwa alle zwei bis drei Jah­re kommt ein zusätz­li­cher Monat hin­zu, ein soge­nann­ter Schalt­mo­nat. So bleibt der Kalen­der im Ein­klang mit den Jah­res­zei­ten.
Für das Jahr 2026 bedeu­tet das:
Die Win­ter­son­nen­wen­de fällt auf etwa den 21. Dezem­ber 2025. Der zwei­te Neu­mond danach ist am 17. Febru­ar 2026. An die­sem Tag beginnt das chi­ne­si­sche Neu­jahr, und damit das Jahr des Pfer­des.


Ja, das Früh­lings­fest, Für mich per­sön­lich ist das Früh­lings­fest ein ganz beson­de­rer, sogar ein etwas selt­sa­mer Moment im Jahr. In mei­ner Kind­heit war die­ser Tag eine eigen­ar­ti­ge Mischung aus Ein­sam­keit, Auf­re­gung und fei­er­li­cher Stim­mung. An die­sem Tag keh­ren ALLE nach Hau­se zurück. Ganz egal, wo man lebt, wie erfolg­reich man ist oder wie schwie­rig das Leben gera­de erscheint: An die­sem Tag steht man sei­nen Eltern, Ver­wand­ten und der eige­nen Her­kunft gegen­über.
Es gab irgend­wann mal eine Fern­seh­sen­dung, die zeig­te wie Men­schen aus allen Tei­len Chi­nas ver­such­ten, recht­zei­tig zum Früh­lings­fest nach Hau­se zu kom­men. Man­che beka­men kei­ne Zug oder Flug­ti­ckets (man muss sich vor­stel­len, wie schwie­rig es ist, wenn über eine Mil­li­ar­de Men­schen im glei­chen Zeit­raum quer durchs Land rei­sen müs­sen). Vie­le Wan­der­ar­bei­ter fan­den dafür eine ganz eige­ne Lösung: Sie fuh­ren in Grup­pen mit Motor­rä­dern nach Hau­se. Jeder auf sei­nem eige­nen Motor­rad, mit Gepäck, Geschen­ken und sogar mit Frau und Kin­dern. In lan­gen Kolon­nen, damit man sich gegen­sei­tig hel­fen konn­te.
Die­ses Bild habe ich bis heu­te vor Augen: die vom kal­ten Win­ter­wind gerö­te­ten Gesich­ter, die end­lo­sen Rei­hen von Motor­rä­dern, die Lich­ter, die sich im mor­gend­li­chen Nebel wie eine leuch­ten­de Schlan­ge durch die Land­schaft zogen.
na ja, die Chi­ne­sen, die Chi­ne­sen waren in der Welt­ge­schich­te eigent­lich sel­ten eine Grup­pe, die wirk­lich will­kom­men gehei­ßen wur­de. Frü­her gal­ten sie als arm und unele­gant, heu­te wer­den sie oft als gro­ße Bedro­hung wahr­ge­nom­men. Und doch, ist es ein Volk vol­ler Wider­sprü­che und zugleich vol­ler Lebens­kraft. Es sind Men­schen, aus Fleisch und Blut. Sie arbei­ten hart, kämp­fen um ihr Leben, sor­gen für ihre Fami­li­en und tra­gen Träu­me in sich, die manch­mal so fern sind, dass man viel­leicht ein gan­zes Leben lang auf sie zugeht. Egal wie die Welt sie betrach­tet, gehen sie wie alle ande­ren Men­schen auf der Welt, Schritt für Schritt ihren Weg, beglei­tet von Idea­len, Moral und Ver­ant­wor­tung, ihr gan­zes Leben lang.


Bald ist es wie­der Früh­lings­fest, und es ist das Jahr des Pfer­des.
In der chi­ne­si­schen Kul­tur steht das Pferd für Mut, Schnel­lig­keit und einen frei­en Geist. Wir sagen oft „一马当先“, das bedeu­tet: mutig vor­an­ge­hen, den ers­ten Schritt wagen, Ver­ant­wor­tung über­neh­men.
Im tra­di­tio­nel­len chi­ne­si­schen Sys­tem heißt das Jahr 2026 „丙午“ (Bǐng Wǔ).
„丙“ steht für das Ele­ment Yang Feu­er,
„午“ gehört zum Tier­kreis­zei­chen Pferd.
Dar­um nennt man 2026 auch das Jahr des Feu­er­pfer­des.
Feu­er steht für Wär­me, Lei­den­schaft, Ener­gie und Licht. Das Pferd steht für Bewe­gung, Frei­heit und Tat­kraft. Zusam­men ist es ein Jahr vol­ler Dyna­mik, vol­ler Mut und vol­ler Auf­bruchs­stim­mung.


Kein Win­ter ist unüber­wind­bar, und kein Som­mer bleibt aus.
Der Früh­ling steht für Neu­be­ginn und Hoff­nung.
Ich wün­sche euch allen von Her­zen ein fro­hes Früh­lings­fest und ein glück­li­ches, kraft­vol­les Jahr des Pfer­des. Möge die­ses Jahr euch Mut, Ener­gie und vie­le schö­ne neue Wege brin­gen. Chun Jie Kuai Le! (Fro­hes Früh­lings­fest!)